Antiquitäten: Definition, Merkmale und Einordnung

Wie definieren sich Antiquitäten?

Der Begriff Antiquität leitet sich vom lateinischen Wort antiquitas (Altertum) ab und bezieht sich auf Gegenstände eines bestimmten Alters mit Sammelwert. Diese Objekte können aus dem Bereich Kunst oder Handwerk stammen, müssen aber nicht. Es kann sich auch um normale Gegenstände aus dem täglichen Gebrauch handeln, wie zum Beispiel landwirtschaftliches Gerät oder Werkzeuge. Publikationen (Zeitschriften, Noten, alte Bücher, Zeitungen, Tonträger) bezeichnet man als antiquarisch. Sie werden zuweilen ebenfalls als Antiquitäten gehandelt. Wesentlich ist, dass es für eine Antiquität Sammler und Nachfrage gibt. Das unterscheidet Antiquitäten von Altstoffen für die Entsorgung.

Wie alt müssen Antiquitäten sein?

Das lässt sich nicht präzise definieren. Bei Antiquitäten aus den Bereichen Kunst und Kunsthandwerk richten sich Sammler und Experten nach Epochen. Je nach Kulturkreis und zeitgeschichtlichem Abschnitt beginnen Kunstwerke und Handwerksgegenstände ab 50 bis 100 Jahren Alter zu einer Antiquität zu werden. Gewisse Gebrauchsgegenstände oder Sammelobjekte wurden jedoch erst in den letzten Jahrzehnten erfunden. Dazu zählen beispielsweise die ersten Computermodelle für den Heimgebrauch aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, populäre Spielartikel oder Werbeträger von nicht mehr existenten Unternehmen. Bei Gegenständen aus der Neuzeit entscheidet jeder Kulturkreis für sich, ob er darin eine Antiquität oder bloß ein herkömmliches Sammelstück sehen will.

Welche Epochen und Stilrichtungen gibt es für Antiquitäten?

Antiquitäten sind also Sammelobjekte mit einem bestimmten Alter. Daher ist es gebräuchlich, dieses Alter nach Epochen näher zu klassifizieren. Zeitgeschichtliche Abschnitte werden in den unterschiedlichen Kulturkreisen der Erde unterschiedlich benannt und abgegrenzt. Jede Epoche hat ihren eigenen kulturhistorischen Hintergrund. Oft prägen auch politische und religiöse Machtverhältnisse die Gestaltung von Objekten einer Epoche. Im deutschsprachigen Raum verlaufen die Epochen vom 11. bis 20. Jahrhundert wie folgt in aufsteigender Reihenfolge: Romanik, Gotik, Renaissance, Manierismus, Barock, Rokoko, Klassizismus, Romantik, Realismus, Historismus, Impressionismus, Symbolismus und schließlich Jugendstil. Die Moderne der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unterteilt sich in Expressionismus, Kubismus, Futurismus, Dadaismus, Surrealismus, Konstruktivismus, Art Deco bis hin zum Bauhaus Stil. Epochen stehen jeweils für bestimmte Stilrichtungen in der Gestaltung der sammelwerten Gegenstände, wobei Stilelemente nicht immer eindeutig zuordenbar sind oder auch in mehreren Epochen vorkommen. Nicht nur die kunsthistorische oder zeitgeschichtliche Epoche prägt bestimmte Stilrichtungen, auch die Herkunft hat Einfluss auf die Gestaltung von Gegenständen aus Kunst und Handwerk. Menschen aus dem ländlichen Raum haben immer schon eine andere Sicht der Dinge gehabt als Menschen in den Städten.

Besonderheiten im Umgang mit Antiquitäten

Antiquitäten haben einen materiellen und immateriellen Sammlerwert. Was auf dieser Welt kostbar ist, wird früher oder später gefälscht. Eine Fälschung kann sich dabei auf den originalen Gegenstand beziehen, aber auch auf Urkunden, die eine Echtheit einer Antiquität fälschlicherweise bestätigen. Von der vorsätzlichen Fälschung ist die Verfälschung zu unterscheiden. Sie entsteht, wenn ein Originalstück mit neueren Stücken renoviert oder wiederhergestellt wird. Nicht alle Antiquitäten dürfen auch frei gehandelt werden. Gegenstände aus der Archäologie sind in vielen Staaten geschützt. Ebenfalls Einschränkungen unterworfen ist der Handel mit Antiquitäten aus Materialien, die von heute geschützten Tierarten stammen. All dies führt dazu, dass es Sachverständige gibt, die sich auf die Beurteilung von bestimmten Antiquitäten spezialisiert haben.

Was macht eine gute Antiquität aus?

Im Detail hat jede Gruppe von Antiquitäten ihre eigenen Qualitätsmerkmale. Was für historisches Porzellan aus dem 17. Jahrhundert unumgänglich ist, kann für Stofftiere aus dem 19. Jahrhundert völlig bedeutungslos sein. Dennoch gelten für alle Antiquitäten einige gemeinsame Merkmale. Der Erhaltungszustand sollte möglichst original sein und dem entsprechen, was Sammler dieser Antiquitäten am Markt erwarten. Bei vielen Antiquitäten ist eine nachweisbare Herkunft, wie zum Beispiel eine lückenlos geführte Historie der Vorbesitzer, wünschenswert. Antiquitäten müssen zeitgeschichtlich einzuordnen sein. Eine Fälschung muss sich einwandfrei ausschließen lassen. Der Besitz und Handel muss gesetzlich legal sein. Der Preis eines antiken Sammlerobjekts bietet keinen endgültig aussagekräftigen Ansatz für den Wert einer Antiquität. Er unterliegt Moden und konjunkturellen Einflüssen. Auch eine kurzfristig signifikante Änderung von Angebot und Nachfrage kann das Preisgefüge enorm beeinflussen.

Was ist keine Antiquität?

Darüber mögen auch Experten trefflich streiten. Im Umkehrschluss zum bisher Gesagten zeichnen sich jedoch einige wichtige Merkmale ab. Wenn niemand einen Gegenstand für sammelwürdig erachtet, dann ist es ungeachtet des Alters auch keine Antiquität, sondern eher Müll. Wenn Sammler und Experten ein Objekt zwar für sammelwürdig halten, aber der Gegenstand nicht alt genug ist, dann handelt es sich bloß um ein Sammlerstück. Ist ein Gegenstand grundsätzlich alt, original und sammelwürdig genug, aber in so schlechtem Zustand, dass niemand ihn behalten will, dann wird er wohl auch nicht als Antiquität gehandelt. Der Übergang zwischen Kunst und Antiquität in Handel und Begrifflichkeit ist in der Praxis ebenfalls fließend.

Fazit

Es gibt objektive und subjektive Kriterien für Antiquitäten. Sie unterscheiden sich nach Kulturkreis und Gattung der Objekte. Wer Antiquitäten sammelt oder handelt, sollte sich das nötige Wissen dazu aneignen. Ein unzureichender Umgang mit Antiquitäten kann teuer oder gar strafbar werden.

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Herzlich Willkommen auf DoxAntiques.com

Ich möchte Sie zunächst begrüßen und Ihnen danken, dass Sie den weiten Weg zu meiner kleinen bescheidenen Webseite gefunden haben.

Lassen Sie mich damit anfangen, ein klein Wenig über Antiquitäten in der einfachsten Form zu sprechen.

In der heutigen modernen Welt könnte man so gut wie alles Alte als antik bezeichnen und in gewisser Weise wäre das richtig. In Wahrheit jedoch sind Antiquitäten Objekte, welche mehr als 100 Jahre alt sind oder Objekte, welche selten genug sind um einen gewissen Wert zu haben. Mit anderen Worten also sind Antiquitäten Objekte die nur begrenzt Verfügbar sind. Daraus schließt sich, je begrenzter das Angebot ist, desto antiker ist der Gegenstand.

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